Weihnachten 2011

Weihnachten 2011 – heiliger Abend

Merlin – Ein Goldfisch feiert Weihnachten

Ein neuer Tag brach herein, auch für die Tiere im Zoofachhandel. Hier lebten viele Tiere, u.a. Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten, und auch viele Fische. Einer von Ihnen war der kleine Goldfisch Merlin. Merlin war noch ein junger Goldfisch, gerade mal ein halbes Jahr alt. Und wie alle anderen Tiere im Zoofachhandel, so wünschte auch er sich nichts mehr, als endlich ein schönes zu Hause zu bekommen. Immer, wenn neue Kunden in das Geschäft hereinspazierten, hoffte Merlin, dass er diesmal der Glückliche sein würde. Doch bislang hoffte er vergebens.

Jeden Abend betete Merlin hilfesuchend: Bitte lieber Gott, mach´ doch, dass ich ein fürsorgliches zu Hause bekomme. Ich will auch immer artig sein. Amen.

Mittlerweile war es Winter geworden, und Weihnachten stand vor der Tür. Für Merlin würde es das erste Weihnachtsfest sein. Lange hatte er sich gefragt, was Weihnachten eigentlich genau bedeutete. Aber seine Freunde hatten ihm erklärt, dass Weihnachten das Fest der Liebe sei. Fröhliche Menschen, ein leckeres Weihnachtsessen, und nicht zuletzt der hell erleuchtete Weihnachtsbaum und die Geschenke vom Christkind. Merlin wurde es ganz warm ums Herz. Wie wundervoll das klang. Und jetzt wurde sein Wunsch noch viel größer, möglichst bald ein neues zu Hause zu bekommen, um sein erstes Weihnachtsfest in Mitten einer liebevollen Familie verbringen zu können. Zwar waren Jenny und Marc sehr liebe Tierpfleger, aber, es war eben kein richtiges zu Hause.

Wenn die Bewohner des Zoofachhandels nach draußen auf die Straßen blickten, sahen sie all die Menschen, die durch den Schnee liefen, um letzte Einkäufe für den Heiligabend zu besorgen. Sehsüchtig blickte auch Merlin an diesem kalten und verschneiten Tag hinaus. Es waren bereits viele Menschen im Geschäft gewesen, leider hatte sich bislang keiner für ihn interessiert. Er wünschte sich ein zu Hause, in dem auch Kinder lebten. Er stellte es sich unbeschreiblich schön vor, an Weihnachten das Lachen von Kindern zu hören, die sich über die Geschenke vom Christkind freuten.

Als sich gegen Mittag erneut die Tür des Geschäftes öffnete, kam ein Vater mit seinem kleinen Sohn herein. Es war noch ein kleiner Junge, vielleicht 5 oder 6 Jahre alt. Merlin war begeistert, Vater und Sohn machten einen sehr netten und liebevollen Eindruck. Er war sich sicher, das könnte die richtige Familie für ihn sein. „Also, mein Junge“, sagte der Vater zu dem Kleinen, “dann schau dich mal um und sag mir, welches Tier du gerne mit nach Hause nehmen möchtest.“ „Das ist meine Chance“, sagte sich Merlin. Wie verrückt begann er, in seinem Glas herum zu schwimmen, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen. Doch der Junge ging erst mal zu den Käfigen, in denen Kaninchen und Meerschweinchen saßen. Merlin schaute ihnen traurig hinterher. „Wieder mal nichts“, sagte er leise zu sich selbst, und verkroch sich in seiner Pflanze. Er war traurig und eine kleine Träne lief ihm seine orangefarbene Goldfischbacke hinunter. Doch dann geschah etwas, das Merlin fast nicht mehr für möglich gehalten hatte. Der Junge fing an, sich die einzelnen Fische zu betrachten, bis er schließlich bei den Goldfischen angekommen war. Merlin wurde ganz nervös. Konnte sein Wunsch, Weihnachten bei einer lieben Familie zu feiern, doch noch wahr werden. Erneut begann er, wie verrückt im Glas umherzuschwimmen. Und schließlich, Merlin konnte es fast nicht glauben, stand der Junge vor seinem Glas und schaute ihm zu. Und dann geschah es. „Papa“, sagte der kleine Mann, „diesen Goldfisch möchte ich bitte haben!“ Merlin konnte gar nicht glauben, was er da soeben gehört hatte. Er beobachtete den Jungen und seinen Vater. Jetzt blickte auch der Vater in das Glas, und nickte dann zustimmend. Merlin war überglücklich. Tierpflegerin Jenny kam herbei, um ihn für den Transport einzupacken. Und so begann für Merlin die spannenste Reise seines Lebens.

Mit dem Auto fuhren sie eine ganze Weile umher. Der Junge hielt den Transportbeutel, in dem sich Merlin befand, ganz fest, aber liebevoll in seinen kleinen Händen. So wurde es Merlin auch nicht kalt. „Freust du dich Mike?“, fragte der Vater. „Ja, sehr“, antwortete der kleine Junge. Mike war also sein Name. Merlin war überwältigt.

Und endlich waren sie angekommen. Mike trug Merlin behutsam ins Haus. Drinnen angekommen zeigte Mike seiner Mutter, welches Tier er sich ausgesucht hatte. Die Mutter war entzückt. Sogleich begann die ganze Familie, das ebenfalls im Zoofachhandel gekaufte Goldfischglas liebevoll einzurichten und mit Wasser zu befüllen. Und dann durfte auch Merlin sein neues Heim begutachten. Es war das schönste Glas, dass er je gesehen hatte. Überhaupt war das ganze Haus viel schöner, als er es sich je hätte vorstellen können. Alles war so festlich geschmückt. Merlin bekam seinen Platz im Wohnzimmer. Hier war es herrlich warm und er hatte einen schönen Blick nach draußen. Noch viel schöner aber war der Blick auf den Weihnachtsbaum. Es war eine großgewachsene Tanne, mit bunten Kugeln, hellen Lichtern und einigen Strohsternen.

Während Merlin sich umsah, bemerkte er, dass die Mutter in der Küche wohl so einiges zu tun hatte. Auch der Vater und Mike waren ihr behilflich. Aus der Küche kamen die herrlichsten Düfte, sicherlich würden die Menschen jetzt das Weihnachtsessen vorbereiten. Da der Tag aber bisher sehr anstrengend für Merlin war, schlief er bald ein.

Als Merlin wieder wach wurde, war er zunächst etwas verwirrt, freute sich dann aber sehr, endlich ein zu Hause gefunden zu haben. Er schaute sich um. Da kam Mike auf das Glas zu und lächelte. Das machte auch Merlin glücklich.

Die Familie begann, den Tisch für das Abendessen zu decken. Merlin beobachtete sie dabei. Plötzlich entdeckte er, dass es in dem Haus noch weitere Mitbewohner gab, einen kleinen Hund und zwei Katzen. Sie kamen auf Merlin zu und begutachteten den neuen Mitbewohner. Aber sie waren sehr friedlebend und störten sich nicht weiter an Merlin, der hierüber sehr erleichtert war.

Schließlich setzte sich die Familie zum Essen hin. Alle waren fröhlich und lachten viel. Merlin war sehr glücklich. Eine solche Familie hatte er sich immer gewünscht. Nach dem Essen wurden Lieder gesungen. Weihnachtslieder, vom Christkind, vom Schnee, von Liebe und Glück. Jetzt wusste auch Merlin, was Liebe und Glück bedeuteten.

Als er plötzlich ein Klingeln hörte, wusste Merlin zunächst nicht, was jetzt passieren würde. Doch dann sagte die Mutter: „Mike, jetzt ist Bescherung, das Christkind hat die Geschenke gebracht.“ Mike strahlte über das ganze Gesicht. Und auch Merlin lächelte, als er die Freude des kleinen Jungen sah, der mit großem Eifer begann, seine Geschenke auszupacken. Eine ganze Weile schaute Merlin ihm dabei zu. Dann stand Mike auf und ging zu Merlins Glas hinüber. „Mama, Papa, das Christkind hat mir sehr schöne Geschenke gebracht“, sagte Mike, aber am meisten freue ich mich darüber, dass ihr mir den Goldfisch gekauft habt. Ich habe den kleinen Fisch sehr lieb und bin froh, dass er mit uns Weihnachten feiern kann.” Merlin war gerührt. Die Worte des Kleinen waren für ihn das schönste Geschenk. Als ihm Mike dann auch noch ein kleines Stück von den selbstgebackenen Plätzchen seiner Mutter ins Glas legte, war Merlin sich sicher, dass er hier das größte Glück auf Erden gefunden hatte. Ein schönes zu Hause, und eine Familie, die ihn lieb hatte.

PS: Merlin durfte nach Weihnachten in ein schickes 240l Aquarium welches jetzt im Wohnzimmer seiner Familie steht, umziehen. Merlin staunte nicht schlecht: in diesem Auquarium schwammen bereits Michael, Sandra und Angelina – seine Kameraden aus der einsamen Zeit in der Zoohandlung. Nie wieder einsam! Hach´ wie ist das schööön…

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Advent Geschichten * Tiere * 24. Dezember 2011

Die Rolle des Esels, der gar nicht so dumm war

Als Jesus im Stall von Bethlehem das Licht der Welt erblickt, ist er nicht mit seinen Eltern allein. Ein Esel und ein Ochse, die eigentlichen Bewohner des Stalles, gehören zu den ersten Besuchern des neugeborenen Kindes. Die beiden unterhalten sich miteinander.

„Hast du gesehen, wie lieb es lächelt?“, fragte der Ochse. „Ja, und das, obwohl es doch bestimmt ein wenig piekst, wenn man dort im Stroh liegt. Wie lange, glaubst du, werden sie wohl bleiben?“
„Keine Ahnung. Aber die Frau braucht sicher noch etwas Ruhe!“
Der Esel lachte ein wenig, obwohl es wie das übliche IAHH eines Esels klang.
„Ruhe wird die Frau hier sicher nicht bekommen. Schau mal, da geht schon die Tür auf!“
„Tatsächlich“, staunte der Ochse. Was wollen denn die ganzen Hirten hier?“
„Natürlich wollen sie das Kind sehen!“, der Esel war gar nicht so dumm, wie man immer behauptete. Und durch die Dachluke kamen mit einem Mal zahllose Engel hereingeflogen und bildeten einen Chor. Der laute Gloriagesang musste ja bis ins Gasthaus zu hören sein. Ein Wunder, dass Gäste und Wirtsleute nicht auch herbeigeeilt kamen.

„Das wird eine unruhige Nacht“, stöhnte der Ochse laut.
„Ich glaube, du hast Recht!“, antwortete der Esel.

So wie die Nacht verlaufen war, ging es auch am nächsten Tag weiter. Zahlreiche Besucher, die von dem eigenartigen Geburtsort gehört hatten, kamen um einen Blick auf das Jesuskind zu werfen. Die meisten hatten aber nicht einmal daran gedacht, ein Geschenk mitzubringen.

Als sich um die Mittagsstunde die Tür öffnete, kamen drei interessante Gestalten herein. Der eine hatte eine Haut wie dunkle Erde und alle drei waren prächtig gekleidet, so dass es vor Perlen, Gold und Edelsteinen nur so blitzte. Die drei Männer warfen sich in den Staub und huldigten dem Kind. Dann brachten sie ihre Gaben dar, die aus drei reichgeschmückten Kästchen bestanden, in denen Gold, Myrrhe und Weihrauch aufbewahrt wurden
„IAHHH“, staunte der Esel und der Ochse machte laut „MUUUH.“

christlicher-adventskalender-bilder-24.jpg © Ralf Kraft Als die Tiere dann aber hörten, was die Männer von König Herodes berichteten, bekamen sie Angst um das Kind. Auch den Eltern wurde Angst und Bange und so beschlossen sie, am nächsten Tag aufzubrechen. Zu Fuß aber würde das eine beschwerliche Reise werden. So bot es sich an, mit dem Gold der Könige den jungen Esel zu erwerben. Darauf konnten Mutter und Kind ins ferne Ägypten reisen.

Diese Reise sollte ihre Rettung sein und der Esel war stolz, dass er bei der Flucht eine so entscheidende Rolle spielen durfte. Der Ochse aber blieb allein im Stall zurück und dachte an bessere Zeiten, als sie noch zu zweit gewesen waren.

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